Die Sturzflut in Nepal: was passiert ist und was jetzt hilft

Rasuwa liegt nördlich von Kathmandu, an der Grenze zu Tibet. Ich war dort nie. In Nepal schon, auch oben an der tibetischen Grenze, aber in einer anderen Gegend.

Rasuwa kenne ich über die Menschen, deren Arbeit in meinem Shop liegt. Aus dieser Region kommen Frauen, die für die Werkstatt weben, mit der ich zusammenarbeite.

Am 26. August ist dort eine Flutwelle durchgegangen.

Was geschehen ist

Aus Tibet kam ein plötzlicher Wasserschwall in den Fluss Bhote Koshi. Als Ursache gilt eine Eislawine, die den Lhende kurzzeitig aufstaute, bis der natürliche Damm brach. Was dann talwärts lief, traf sechs Distrikte in zwei Provinzen. Rasuwa am schwersten.

Die nepalesische Regierung hat fünfzehn Gemeinden für drei Monate zum Krisengebiet erklärt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation brauchen rund 10.000 Haushalte sofortige Hilfe. Zerstört wurden Häuser, Märkte, Straßen, Brücken, die Zollanlagen an der Grenze und Teile der Wasserkraftanlagen. Drei Gesundheitsstationen sind vollständig zerstört, ein Krankenhaus beschädigt.

Die Zahl der Toten und Vermissten ändert sich täglich. Anfang September war von mehreren hundert geborgenen Toten und über tausend Vermissten die Rede. Ich schreibe diese Zahlen mit Zurückhaltung auf, weil sie in solchen Lagen lange unsicher bleiben und weil hinter jeder von ihnen ein Mensch steht, der nicht zu einer Zahl werden sollte.

Was ich inzwischen weiß

Den Weberinnen aus der Region geht es nach allem, was ich bisher erfahren habe, den Umständen entsprechend gut. Ihre Dörfer liegen höher in den Bergen, oberhalb dessen, was die Flutwelle erreicht hat.

Das ist die gute Nachricht, und sie ist die halbe Wahrheit. Viele von ihnen haben Verwandte in Syabrubesi und in anderen Orten, die es schwer getroffen hat. Wer selbst verschont bleibt, aber Angehörige in einem zerstörten Tal hat, ist nicht unbeschadet davongekommen.

Rund vierhundert Menschen aus der Region Rasuwa sind inzwischen nach Kathmandu evakuiert worden und leben dort in Klöstern. Für sie wird gesammelt, aber kein Geld: Decken, Lebensmittel, Hygieneartikel, Kleidung.

Warum ich kein Geld privat nach Nepal schicke

Das war meine erste Idee gewesen. Geld direkt dorthin, wo ich Menschen kenne, das klang nach dem kürzesten Weg. Meine Ansprechpartnerin in Kathmandu hat mir davon abgeraten, und ihre Begründung hat mich überzeugt.

Private Personen und kleine Organisationen dürfen in Nepal derzeit nicht eigenständig Geld sammeln. Die Spenden laufen über einen staatlichen Katastrophenfonds. Sie hält diese Kontrolle für richtig, weil es nach früheren Katastrophen zu viele Fälle von unseriösen Sammlungen und veruntreuten Spenden gab. Und sie sagt einen Satz, der mir im Kopf geblieben ist: Auch wenn die Hilfe klein ist, sollte sie gezielt sein, praktisch, und tatsächlich bei den Menschen ankommen, die sie brauchen.

Deshalb geht mein Beitrag an eine Organisation, die vor Ort arbeitet und deren Mittelverwendung geprüft wird. Und sobald es einen verlässlichen Weg gibt, die Familien direkt zu unterstützen, bekomme ich Bescheid. Dann schreibe ich es hier dazu.

Was jetzt konkret hilft

In den ersten Wochen nach so einer Katastrophe geht es um Trinkwasser, Lebensmittel, Hygieneartikel und trockene Schlafplätze. Nicht um Wiederaufbau, der kommt später.

Die Welthungerhilfe arbeitet gezielt in Rasuwa. Sie hat 100.000 Euro aus ihrem Nothilfefonds freigegeben und verteilt über örtliche Partner Lebensmittelpakete von je rund 35 Kilogramm mit Reis, Linsen, Öl, Zucker und Salz. Die Organisation trägt seit 1992 das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen, das die sparsame und satzungsgemäße Verwendung von Spenden prüft.

Hier kannst du direkt an die Nothilfe in Nepal spenden.

Dieser Link führt nicht über meinen Shop, und das ist Absicht. Wenn du helfen möchtest, ist der direkte Weg der beste. Du musst dafür bei mir nichts kaufen.

Wenn du direkt nach Nepal spenden möchtest

Es gibt einen zweiten Weg, und den hat mir meine Ansprechpartnerin in Kathmandu genannt: den Prime Minister Natural Disaster Relief Fund, den offiziellen staatlichen Nothilfefonds Nepals. Über ihn läuft dort derzeit der größte Teil der Geldspenden, und das Geld geht direkt ins Land. Die Kontoverbindung für Überweisungen aus dem Ausland steht auf der Seite des nepalesischen Premierministerbüros.

Die Kontonummern schreibe ich hier bewusst nicht ab, sondern verlinke die Quelle. Bei Katastrophen kursieren erfahrungsgemäß auch falsche Bankverbindungen, und Angaben, die man selbst auf der offiziellen Seite abliest, sind sicherer als solche, die über mehrere Stationen weitergereicht wurden.

Zwei Dinge solltest du dabei wissen. Eine klassische Auslandsüberweisung über die Hausbank kostet schnell fünfzehn bis dreißig Euro, was bei kleinen Beträgen viel ist. Anbieter wie Wise oder TransferGo sind deutlich günstiger; dort lohnt vorher die Frage, ob sie das Konto des Fonds bedienen, denn sie zahlen üblicherweise in Landeswährung aus. Und eine in Deutschland absetzbare Spendenquittung bekommst du für diesen Weg nicht.

Was ich selbst tue

Von jeder Bestellung in meinem Onlineshop vom 1. September bis zum 31. Oktober 2026 spende ich 3 Euro an die Nothilfe der Welthungerhilfe in Nepal. Das gilt für alle Produkte, unabhängig vom Bestellwert. Gespendet wird von mir, nicht von dir, und der Betrag kommt nicht zum Kaufpreis dazu.

Warum ein fester Betrag und kein großer Prozentsatz: Weil ich es durchhalten können muss. Eine Zusage, die ich im Oktober zurücknehmen müsste, wäre für alle Beteiligten schlimmer als eine kleinere, die steht. Anfang November rechne ich hier öffentlich nach, wie viele Bestellungen es waren und welche Summe daraus geworden ist.

Warum ich das überhaupt schreibe

Es fühlt sich schwierig an, in einem Shop über so etwas zu schreiben. Der Verdacht liegt nahe, dass jemand ein Unglück nutzt, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Ich schreibe es trotzdem, weil dieser Shop von der Arbeit von Menschen lebt, die genau dort wohnen. Jede Packung Räucherstäbchen hier ist von Hand gerollt worden, jedes Stück Lokta-Papier von Hand geschöpft. Es wäre seltsam, das im Guten zu erzählen und im Schlechten zu schweigen.

Wenn du in den nächsten Wochen etwas bei mir bestellst, dann bitte, weil du es haben möchtest. Nicht aus Mitleid. Für die Hilfe gibt es die beiden Links oben, und die sind der schnellere Weg.

Quellen: WHO Nepal zu den Sturzfluten in Rasuwa und Welthungerhilfe. Stand: 2. September 2026. Die Angaben zu Opfern und Schäden ändern sich laufend.

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